Dienstag, 8. Juni 2010

PCB-Skandal Dortmund: Blutproben für PCB-Tests unbrauchbar

Mitarbeiter von Firmen am Dortmunder Hafen untersucht: Blutproben gelangten nicht zum Labor. Untersuchungen testen nur auf PCBs, nicht auf Dioxine.

Am Dortmunder Hafen waren seit 2007 erhöhte Konzentrationen von hochgiftigen Dioxinen und Furanen sowie PCBs festgestellt worden. Dioxine und Furane entstehen unter anderem, wenn PCB-haltige Geräte unnd Stoffe verbrannt werden. Im April 2010 fand das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) auf dem Betriebsgelände der Envio AG PCB, Dioxine und Furane in extrem erhöhten Konzentrationen. Der Betrieb der Envio AG wurde daraufhin am 20. Mai 2010 komplett geschlossen.

 

Gesundheitsgefährdende PCB

Besonders betroffen sind naturgemäß die MItarbeiter der Envio AG, da sie eventuell sogar mit den Giften direkt in Berührung gekommen sind, sowie wegen der räumlichen Nähe alle Mitarbeiter der zwölf Unternehmen, die auf dem Envio-Gelände ansässig sind. Zukünftig sollen auch Kleingärtner, Anwohner und Mitarbeiter aller Unternehmen am und im Dortmunder Hafen die Möglichkeit einer Blutuntersuchung erhalten.

 

PCB-Untersuchungen in Dortmund: Dioxine nicht auf der Testliste - zu teuer

Aufgrund einer Empfehlung des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit (LiGA) in Düsseldorf wird ihr Blut nur auf PCBs analysiert, nicht auf Dioxine und Furane, da PCBs vorrangig gefunden wurden und Tests auf Dioxine und Furane teurer und aufwendiger sind. Laut Westfälischer Rundschau kostet jeder PCB-Test die Stadt 83 Euro, gegenüber 650 Euro bei Dioxin-Proben. Für den PCB-Test werden nur 10 Milliliter Blut benötigt. Getestet wird auf elf PCB-Kongenere, darunter auch auf dioxin-ähnliche coplanare PCBs, die als eine der gefährlichsten gelten und deswegen bei den Richtwerten auch wie Dioxine und Furane mittels WHO-TEF beurteilt werden.

 

PCB-Bluttests: Blutproben müssen wiederholt werden

Vorrangig sollten erst einmal die 356 Mitarbeiter der auf dem Envio-Gelände beheimateten Untenehmen untersucht werden: Vom 31. Mai bis 2. Juni 2010 wurden durch das Gesundheitsamt daher 350 Blutproben genommen, um die PCB-Belastung zu bestimmen. Am 8. Juni 2010 teilte die Stadt jedoch mit, dass durch eine Panne 200 Proben nicht zum Labor befördert worden und daher nun unbrauchbar seien. Die Proben wurden offenbar von einem Kurierdienst direkt bei den Gesundheitsamt-Mitarbeitern bei ABP auf dem Envio-Gelände abgeholt, dort aber nicht mit Barcode-Versandaufklebern versehen. Untersuchendes Labor ist das Institut für Umweltmedizin des Uniklinikums in Erlangen. Dort kamen die Proben der ersten beiden Tage aber nie an, statt dessen wurden sie am Freitag, den 4. Juni 2010, wieder in die Poststelle der Stadt zurückbefördert. Die Stadt hat nun ein neues Transportunternehmen beauftragt.
Die ersten 200 Proben müssen nun aber wiederholt werden. Das Gesundheitsamt bietet nach der Transport-Panne kurzfristig neue Termine an. Plangemäß beginnt in dieser Woche die Blutabnahme bei Kleingärtnern und Anwohnern. Die Auswertung der Einzeplproben dauert etwa zwei bis drei Wochen, ein Gesamtergebnis ist erst ab August/September zu erwarten.
Kaum zu glauben, aber MItte Juni gibt es schon wieder eine Verzögerung - Welche Rolle spielt das Erlanger Institut für Umweltmedizin?